[04.11.2026] CVN-Newsletter September

Liebe Kolleg*innen und liebe Mitleser*innen, 

heute berichten wir über das aktuelle respiratorische und gastrointestinale Infektionsgeschehen im September 2026 aus dem Clinical Virology Network.

Im September wurden 51 316 Eingaben zu respiratorischen Erregern und 22 815 Eingaben zu gastrointestinalen Erregern registriert. Damit ist, wie der Jahreszeit entsprechend, ein deutlicher Anstieg der Testungen für respiratorische Erreger im Vergleich zum August (38 992 Eingaben) zu beobachten.

Respiratorische Erreger

Auch im September dominierten Rhinoviren/Enteroviren die Testungen. Mit 476 Eingaben zeigt sich hier im Vergleich zum Vormonat ein klarer Zuwachs, und das Dashboard bestätigt eine parallel steigende Positivrate. Auf dem zweiten Platz folgen Parainfluenzaviren (142 Eingaben), ebenfalls mit einem Anstieg gegenüber August. SARS‑CoV‑2 wurde in 94 Eingaben nachgewiesen (im August noch 44), und Influenza A in 70 Eingaben (August 41). Obwohl die absoluten Zahlen noch überschaubar sind, lässt sich im Dashboard ebenfalls ein langsamer aber kontinuierlicher Anstieg der Positivrate erkennen.

Insgesamt deuten die steigenden Eingaben und die zunehmende Positivrate von Influenza A darauf hin, dass die klassische Herbst‑/Wintersaison für diese Viren langsam beginnt – ein Trend, der im August noch nicht gut erkennbar war. Das NREVSS‑Dashboard des CDC zeigt im gleichen Zeitraum ebenfalls einen langsamen Anstieg der Influenza‑Positivrate, was unsere Beobachtungen bestätigt.

Bakteriell wurde die Testlandschaft weiterhin von Streptococcus pneumoniae dominiert (188 Eingaben im September, ein deutlicher Zuwachs gegenüber August). Bordetella pertussis (n = 87) und Haemophilus influenzae (n = 57) belegten die Plätze 2 und 3.

Gastrointestinale Erreger

Bei den gastrointestinalen Erregern bleibt Norovirus der häufigste Befund. Dahinter folgen STEC (Shiga‑ähnliche Toxin‑produzierende E. coli). Für die STEC‑Erreger zeigt das Dashboard eine leichte Zunahme der Positivrate von August auf September. Insgesamt sind die Nachweiszahlen der gastrointestinalen Erreger jedoch weitgehend stabil, ein eindeutiger Trend lässt sich nicht verzeichnen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die September‑Daten des Clinical Virology Network weisen darauf hin, dass die Saison der klassischen Herbst/Winter-Erreger langsam startet.  Besonders spannend bleibt, ob die RSV‑Nachweise im kommenden Monat ebenfalls ansteigen. In den beiden vorherigen Saisons begann die RSV‑Saison erst zum Jahresende 2024/2025; nach RKI‑Definition startete die letzte Saison sogar erst in der 2. Kalenderwoche 2026. Ob der diesjährige Saisonbeginn wieder weiter nach vorne – etwa in den Oktober – rückt, bleibt abzuwarten. In diesem Sinne haben wir ein Auge darauf, wann sowohl die Influenza als auch die RSV Saison voll durchstarten. 

Der Beginn der Saison der klassischen saisonalen respiratorischen Erreger hat nicht nur Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Gerade auch aus krankenhaushygienischer Sicht ist es wichtig, sich der Zirkulation der Erreger bewusst zu sein. Wir möchten daher die langsame Nachweis-Zunahme verstärkt ins Bewusstsein rücken, damit entsprechende Maßnahmen rechtzeitig zum Saisonstart wieder umgesetzt werden können.

Herzliche Grüße

Christiane Prifert, Barbara Gärtner, Inga Tometten, Kerstin Knies und Rolf Kaiser