[18.12.2025] CVN-Newsletter November

Liebe Interessierte,

für den Monat November haben uns 106091 Eingänge zu respiratorischen Erregern sowie 21975 Eingänge zu gastrointestinalen Erregern erreicht. Insbesondere bei den respiratorischen Erregern zeigt sich damit über die vergangenen zwei Monate hinweg eine deutliche Zunahme der Gesamteingänge.

In der Erregerverteilung steht SARS-CoV-2 weiterhin an erster Stelle mit 1516 Meldungen. Ein Blick in das Dashboard zeigt jedoch, dass Influenza A insbesondere in der zweiten Novemberhälfte deutlich zugenommen hat und sich dieser Anstieg in der ersten Dezemberwoche dynamisch fortsetzt. Damit scheint die Influenzasaison in diesem Jahr etwa zwei Wochen früher zu beginnen als im Vorjahr (Gesamteingänge November: 465). Vor dem Hintergrund ähnlicher Beobachtungen aus England, von wo ein früherer Anstieg der Influenza-A-Fälle in dieser Wintersaison berichtet wird, verfolgen wir diese Entwicklung aufmerksam.

Über den gesamten November liegt Influenza A in der absoluten Häufigkeit noch hinter den Rhinoviren, die sich bislang relativ stabil gezeigt haben, nun jedoch langsam rückläufig sind. Es ist absehbar, dass Influenza A den zweiten Rang im Verlauf des Dezembers übernehmen wird. RSV tritt bislang noch nicht deutlich in den Vordergrund und ist mit lediglich 88 Meldungen nur sporadisch vertreten. Vor dem Hintergrund der seit 2024 empfohlenen aktiven und passiven Immunisierungsstrategien bleibt abzuwarten, wie sich die RSV-Saison weiterentwickelt – insbesondere mit Blick auf eine erwartbar mildere Belastung in den Kinderkliniken.

Unter den bakteriellen Erregern führt Streptococcus pneumoniae mit 533 Meldungen klar die Statistik an, gefolgt von Haemophilus influenzae mit 112 Meldungen. Die im Vorjahr beobachtete ausgeprägte Zunahme von Mycoplasma pneumoniae lässt sich aktuell nicht wiedererkennen (20 Meldungen); dennoch behalten wir auch hier die weitere Entwicklung im Blick.

Bei den Erregern der Gastroenteritis stehen weiterhin die Noroviren (Genotyp 1 und 2) an erster Stelle. Sie sind nach einem steten Anstieg über die letzten Monate die einzigen erfassten gastrointestinalen Erreger mit einer dreistelligen Anzahl von Eingängen im November (261). Die übrigen viralen und bakteriellen Erreger bewegen sich im zweistelligen Bereich, angeführt von Clostridium difficile Toxin A/B mit 60 Nachweisen.

Vor diesem Hintergrund wünschen wir allen infektfreie Wochen, eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.