Eine im Journal of the Royal Society Interface veröffentlichte Studie ergab, dass das Chikungunya-Virus (CHIKV) von Asiatischen Tigermücken (Aedes albopictus) bereits bei Temperaturen von nur 13–14 °C übertragen werden kann. Dies sind 2,5 °C weniger als bisher angenommen (16–18 °C), wodurch sich die potenzielle Übertragungssaison in ganz Europa verlängert (Tegar S, et al. 2026). Frankreich und Italien verzeichneten 2025 Rekordausbrüche. Frankreich meldete am 26. November 2025 über 788 einheimische Chikungunya-Fälle in 81 Clustern (Französische Gesundheitsbehörde), und Italien meldete bis zum 31. Dezember 2025 insgesamt 472 bestätigte Chikungunya-Fälle (384 lokal erworbene Fälle und 88 reisebedingte Fälle) (EpiCentro, Italienisches Nationales Gesundheitsinstitut). Im Vereinigten Königreich (UK) wurden zwischen Januar und Juni 2025 insgesamt 73 Fälle von Chikungunya-Infektionen im Zusammenhang mit Reisen registriert, fast dreimal so viele wie die 27 Fälle im gleichen Zeitraum 2024 (UK Health Security Agency).
Die Übertragung ist in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland mittlerweile über sechs Monate im Jahr möglich, in Belgien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz drei bis fünf Monate und in Südostengland zwei Monate im Juli und August. Die Asiatische Tigermücke hat sich von 114 europäischen Regionen vor zehn Jahren auf über 360 Regionen in 16 Ländern ausgebreitet. Vereinzelt wird sie auch in Südostengland nachgewiesen, wo sie sich jedoch noch nicht etabliert hat. Ausbrüche beginnen, wenn infizierte Reisende, die aus tropischen Regionen zurückkehren, von einheimischen Tigermücken gestochen werden, die das Virus dann auf andere Bewohner übertragen. Die ersten lokal erworbenen Fälle im Jahr 2025 traten ungewöhnlich früh, Ende Mai/Anfang Juni, auf.

Quelle: https://beaconbio.org/en/report/?reportid=0195ea1f-d891-4a10-9d34-1359186a463a&eventid=e342236f-9910-48c7-ad34-7508eefd72c8
