18.06.2026, Ebola, Update, Demokratische Republik Kongo (DRC), aktuelle Informationen

Am 15. Juni meldete das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo 29 neue bestätigte Fälle und 4 Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 837 und die der Todesfälle auf 196, was einer Fallsterblichkeitsrate von 23,4 % entspricht. Alle 29 neuen Fälle wurden aus der Provinz Ituri gemeldet (Mongbwalu (10), Rwampara (7), Nizi (5), Nyankunde (3), Lita (3) und Komanda (1)). Ein Patient aus der Gesundheitszone Mongbwalu wurde am 15. Juni 2026 genesen eingestuft. Die Gesamtzahl der Genesenen seit Beginn des Ausbruchs beläuft sich damit auf 49. Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) sind der Ansicht, dass die derzeitigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs angesichts der raschen Ausbreitung des Virus unzureichend sind. „Einen Monat später übersteigt der Ausbruch der Ebola-Krankheit die Hilfsmaßnahmen“, sagt Kate White, medizinische Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. „Niemand kennt das wahre Ausmaß des Ausbruchs. Was wir wissen ist, dass die meisten Behandlungszentren in der Provinz Ituri überlastet sind, dass die Patienten in einem bereits fortgeschrittenen Stadium eintreffen und dass die meisten nie als Kontaktpersonen identifiziert oder überwacht wurden“, erklärte sie.

Wenn Ebola ausbricht, suchen einige der Betroffenen das nächstgelegene Krankenhaus auf. Andere wenden sich an traditionelle Heiler, oft mit verheerenden Folgen. Viele betrachten den Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers als spirituelles Leiden und setzen eher auf Kräuter und Gebete als auf einen Krankenhausaufenthalt. Dies ist derzeit in der Demokratischen Republik Kongo der Fall, die von ihrem siebzehnten Ebola-Ausbruch seit 1976 heimgesucht wird, jenem Jahr, in dem das Virus erstmals im artenreichen Ökosystem des Kongobeckens identifiziert wurde. Fünf Jahrzehnte später gibt das Virus vielen Erkrankten in Afrika nach wie vor Rätsel auf, während religiöse Würdenträger in dieser tödlichen Krise zu Ersthelfern werden. Zu den Opfern des aktuellen Ausbruchs zählen nach Angaben von Helfern und anderen Gesprächspartnern der Nachrichtenagentur Associated Press sowohl medizinisches Personal ohne Schutzausrüstung als auch Geistliche und Gemeindemitglieder, die während der Ausbreitung des Virus zusammengekommen waren. Der aktuelle Ausbruch ist besonders besorgniserregend in einer Region, in der viele Menschen dem medizinischen Personal misstrauen und eine ärztliche Behandlung ablehnen. In Bunia, einer Stadt in der Provinz Ituri, die als Epizentrum des Ausbruchs gilt, haben Falschinformationen über Ebola die Arbeit der Helfer erschwert. Quelle: Outbreak News Today, healthmap.org