[19.08.2026] CVN-Newsletter Juli

Wir melden uns zurück mit unserem monatlichen Update – diesmal für den Monat Juli.  

Bei den Einsendungen zu gastrointestinalen Erregern stieg die Anzahl von 17.420 im Juni auf 23.455 im Juli nochmals deutlich an – die Positivenrate sank mit 325 positiven Befunden im Vergleich zum Vormonat jedoch leicht ab. Der Anstieg der Einsendungen ist also nicht als Zunahme der Nachweise zu interpretieren. 

Die Einsendungen zu respiratorischen Erregern gingen von 48.667 auf 45.976 zurück. Insgesamt scheinen die Einsendezahlen den nachvollziehbaren Trend widerzuspiegeln, dass sich im Hochsommer deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit gastrointestinalen als mit respiratorischen Symptomen vorstellen. 

Daher betrachten wir diesmal zunächst die gastrointestinalen Erreger. Noroviren bleiben mit Abstand Spitzenreiter bei den absoluten Nachweisen, wobei die Positivenrate im Juni und Juli mit 2–4 % stabil blieb. Der Nachweis von Rotaviren zeigte im Juli einen Rückgang. Den zweiten Platz belegten diesmal Clostridioides-difficile-Toxin-A/B-positive Befunde, von denen uns 57 gemeldet wurden. Betrachtet man den Verlauf über die letzten sechs Monate, ist ab April jedoch kein klarer Trend erkennbar – weder in der absoluten Anzahl noch in der Positivenrate. Bei den Shiga-like-Toxin-bildenden E. coli (STEC) war ein leichter weiterer Anstieg mit einem Nachweis-Peak in den Kalenderwochen 27/28 zu verzeichnen, was mit dem besonders warmen Wetter im Juli korreliert. Die übrigen gastrointestinalen Erreger bewegen sich weiterhin auf stabilem Niveau mit sporadischen Nachweisen im niedrigen zweistelligen Bereich. 

Bei den respiratorischen Erregern zeigt sich unter den viralen Erregern auch im Juli weiterhin eine klare Dominanz von Entero-/Rhinoviren mit insgesamt 300 Nachweisen, gefolgt von Parainfluenzaviren mit 107 und Adenoviren mit 46 Nachweisen. Influenza und RSV spielen erwartungsgemäß im Hochsommer so gut wie keine Rolle mehr. Die übrigen respiratorischen Erreger liegen weiterhin stabil auf niedrigem, sporadischem Niveau. 

Bei den bakteriellen Erregern bleibt Streptococcus pneumoniae mit 333 Nachweisen an der Spitze, noch vor den Entero-/Rhinoviren. Hier ist allerdings zu betonen, dass ein reiner Erregernachweis keine Diagnose einer klinisch relevanten Infektion darstellt – uns liegen keine Daten dazu vor, ob es sich bei den Nachweisen um tatsächliche Infektionen oder um den Nachweis einer Kolonisation handelt. Ähnliches gilt für die Nachweise von Haemophilus influenzae (n = 55). Für beide Erreger zeigt sich über die Sommerwochen insgesamt ein Abwärtstrend. Platz zwei belegt Bordetella parapertussis mit 145 Nachweisen. Die übrigen Erreger halten sich stabil auf niedrigem, ein- bis zweistelligem Niveau. 

Wir wünschen euch weiterhin einen entspannten Sommer: In den nächsten Wochen sollen kühlere Temperaturen und Regen für etwas Abkühlung sorgen. 

Herzliche Grüße 

Christiane Prifert, Barbara Gärtner, Inga Tometten, Kerstin Knies und Rolf Kaiser