10.05.2026, Hanta-Virus (Andes-Virus), Update, aktuelle Informationen

Bis heute meldet die WHO, dass im Zusammenhang mit diesem Ausbruch 8 Fälle identifiziert wurden (darunter 2 wahrscheinliche und 6 laborbestätigte). Drei Todesfälle wurden bestätigt. Eine Zusammenfassung der Fälle finden Sie im BEACON-Ereignisbericht zu diesem Krankheitsgeschehen hier. Eine weitere Kontaktperson mit hohem Risiko wurde positiv getestet; zudem weisen zwei weitere Passagiere, die heute vom Kreuzfahrtschiff gehen, Symptome auf und warten, auf ihre Testergebnisse. Stand 10. Mai 2026 lief auf Teneriffa die Evakuierung der rund 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord der MV Hondius; es starteten Flüge in mindestens sieben Länder, darunter Spanien, Frankreich, Kanada, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und Australien. Es wird erwartet, dass die Operation bis Montagabend abgeschlossen sein wird. Dreißig Besatzungsmitglieder blieben an Bord, um das Schiff zur Dekontamination nach Rotterdam zu überführen. Laut einem Live-Briefing der WHO vom 10. Mai 2026 wurden die Passagiere sowie Teile der Besatzung von der spanischen Hafenbehörde in Empfang genommen und auf ihren Gesundheitszustand untersucht, bevor sie unter Tragen persönlicher Schutzausrüstung vom Schiff geleitet wurden. Die WHO stuft alle Passagiere der MV Hondius, die derzeit von Bord gehen, als Kontaktpersonen mit hohem Risiko ein.

Informationen zu den betroffenen Patienten:

Fall 1: Ein erwachsener Mann, der am 1. April 2026 an Bord des Schiffes ging, nachdem er mehr als drei Monate lang durch Argentinien, Chile und Uruguay gereist war. Er entwickelte am 6. April 2026 Symptome und verstarb am 11. April 2026 an Bord. Es wurden keine mikrobiologischen Untersuchungen durchgeführt. Er gilt als wahrscheinlicher Fall.

Fall 2: Eine erwachsene Frau – eine enge Kontaktperson von Fall 1, die gemeinsam mit ihm gereist war und das Schiff bestiegen hatte –, ging am 24. April 2026 mit gastrointestinalen Symptomen auf St. Helena an Land. Ihr Zustand verschlechterte sich daraufhin während eines Fluges nach Johannesburg (Südafrika) am 25. April 2026; sie verstarb am 26. April 2026 in einer Klinik in Johannesburg. Am 4. Mai 2026 bestätigte ein PCR-Test eine Hanta-Virus-Infektion.

Fall 3: Ein erwachsener Mann, der am 24. April 2026 Symptome entwickelte. Er ging am 27. April 2026 auf Ascension Island von Bord und wurde von dort aus medizinisch evakuiert; derzeit wird er auf einer Intensivstation in Johannesburg (Südafrika) stationär behandelt. Ein PCR-Test bestätigte am 2. Mai 2026 eine Hanta-Virus-Infektion; mittels Sequenzierung wurde das Andes-Virus nachgewiesen.

Fall 4: Eine erwachsene Frau, bei der am 28. April 2026 Symptome (Fieber und allgemeines Unwohlsein) auftraten; später entwickelte sie eine Lungenentzündung und verstarb am 2. Mai 2026. Es wurde eine postmortale Probe entnommen und gemeinsam mit den evakuierten Patienten in die Niederlande verbracht, wo das Andes-Virus bestätigt wurde.

Fall 5: Ein erwachsener Mann, der als Schiffsarzt tätig war, meldete am 30. April 2026 das Auftreten von Symptomen, darunter Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen und leichte respiratorische Beschwerden. Seine Proben wurden am 6. Mai 2026 mittels PCR positiv auf das Andes-Virus getestet. Der Patient wurde am 6. Mai 2026 medizinisch in die Niederlande evakuiert und befindet sich derzeit in stabilem Zustand in Isolation.

Fall 6: Ein erwachsener Mann, der als Schiffsführer tätig war. Am 27. April 2026 wurde das Auftreten von Symptomen gemeldet, darunter leichte respiratorische und gastrointestinale Beschwerden. Laboruntersuchungen bestätigten am 6. Mai 2026 eine PCR-Positivität auf das Andes-Virus. Der Patient wurde am 7. Mai 2026 medizinisch in die Niederlande evakuiert und befindet sich derzeit in stabilem Zustand in Isolation.

Fall 7: Ein erwachsener Mann ging am 22. April 2026 auf St. Helena an Land und flog am 27./28. April 2026 über Südafrika und Katar zurück in die Schweiz. Nach seiner Ankunft in der Schweiz traten am 1. Mai 2026 Symptome auf; er begab sich daraufhin umgehend in Selbstisolation und meldete sich bei den örtlichen Gesundheitsbehörden. Er ist derzeit in der Schweiz stationär aufgenommen und befindet sich in Isolation. Seine Proben wurden am 5. Mai 2026 mittels PCR positiv auf das Andes-Virus getestet.

Fall 8: Ein erwachsener Mann, der am 14. April 2026 auf Tristan da Cunha an Land ging. Der Symptombeginn wurde am 28. April 2026 mit Durchfall gemeldet, zwei Tage später folgte Fieber. Er befindet sich derzeit in stabilem Zustand und in Isolation. Bis zur laborseitigen Bestätigung gilt er als wahrscheinlicher Fall.

Fall 9: Eine erwachsene Passagierin, die auf Teneriffa das Kreuzfahrtschiff verließ und während des Rückführungsflugs nach Frankreich Symptome entwickelte. Sie wurde in Isolation gebracht; das PCR-Testergebnis steht noch aus.

Ein Fall, der zuvor als Verdachtsfall gemeldet worden war, wurde nun als Nicht-Fall neu eingestuft, nachdem die Tests auf das Andes-Virus (sowohl PCR als auch Serologie) negativ ausgefallen waren. Dennoch wird die Überwachung bis zum Ablauf der Inkubationszeit seit der letzten Exposition fortgesetzt.

Quelle: https://beaconbio.org/en/report/?reportid=3fba45a9-ee67-4810-808c-5417c1d40a4d&eventid=5fd6edf4-ca36-4761-8dc8-cb8632a43977